Neubau Fasnachtmuseum Langenstein, Orsingen-Nenzingen (Baubeginn 2021)

 

Das Fasnachtsmuseum Schloss Langenstein repräsentiert Bräuche, Kultur und Geschichte der Fasnacht und wird von über 120 umliegenden Ortschaften und Zünften der Narrenvereinigung Hegau-Bodensee ideel und personell unterstützt. Neben der Darstellung der in der Region tradierten Masken, Larven und Kostümen zeigt das Museum auch eine umfangreiche Sammlung zur Keinplastik, historische Stiche oder Gemälde und veranstaltet Wechselausstellungen. Seit 2014 ist die schwäbsich-allemansiche Fasnacht als immaterielles Weltkulturerbe bei der Unesco aufgenommen.Das im Schloss Langenstein beheimatete Fasnachtsmuseum gilt als die älteste Institution ihrer Art und feiert 2019 das 50jährige Bestehen. Seit seiner Gründung hat es sich zu einem Ort entwickelt, der Identität für die Region schafft, diese maßgeblich widerspiegelt und zusammenhält.

 

Das Fasnachtsmuseum wurde 2017 in das Projekt "museum4punkt0" der Bundesregierung aufgenommen. Dort entwickeln insgesamt sechs überaus renommierte Einrichtungen deutschlandweit neue Akzente für die digitale Entwicklung von Museen. (s.www.museum4punkt0.de).

 

Die von der gräflichen Famile angestrebte Neuordnung von Schloss Langenstein sieht die Auslagerung des Fasnachtsmuseums in Form eines Neubaus orientiert am Typus des Eindachhofes vor. Dazu stellt sie ein Grundstück auf dem Schlossgelände in Erbpacht zur Verfügung. Das Grundstück befindet sich auf der Gemarkung Orsingen. Der neue Bebauungsplan „Sondergebiet 4 – Museum“ befindet sich im Geltungsbereich des Bebauungsplanes „Golfplatz Schloss Langenstein“. Das Grundstück wird über die öffentliche Straße K6119 erschlossen. Im Süden grenzt es an ein Wohnhaus, im Norden und im Osten an intensiv genutzte Rasenflächen des Golfclubs.

 

Der Entwurf orientiert sich in Dimension und Gestalt am regionaltypischen Typus des Eindachhofs: längsrechteckiger Grundriss mit Krüppelwalmdach und Dachüberstand. 

 

Der oberirdische Bereich des Bauwerks ist in Ingenieur-Holzbauweise geplant. Der Ausstellungsraum soll aus museographischen Gründen stützenfrei sein. Daher wurde das primäre Tragwerk als Skelett entwickelt: schottenartige Stützen erzeugen im Verbund mit dem Unterzug eine Rahmenwirkung. Die Geschoßdecke über EG besteht aus großformatigen Holzwerkstoffplatten, welche als schubsteife Deckenscheibe ausgebildet ist.

Die Dachkonstruktion lagert in der Art eines Stuhlbunds auf den Stützen auf. 

 

Die gesamte Gebäudehülle wird in Holzrahmenbauweise vorgefertigt. Entsprechend der für den Grundriss maßgeblichen Gliederung erhält der nach Westen orientierte Gebäudekopf im

Sockelbereich einen mineralischen Putz. Alle anderen Außenflächen werden mit Holz bekleidet.

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