Umbau und Sanierung des Kornhauses, Kirchheim unter Teck

 

Das Konzept für die Revitalisierung des ehemaligen Kornhauses ergibt sich aus dem Wechselspiel zwischen den typologischen Gegebenheiten einerseits und der Nutzung mit seinen auch baurechtlichen Anforderungen andererseits. Die künftigen Beziehungen zwischen Innen- und Außenräumen und die denkmalpflegerischen Aspekte sind eine weitere maßgebliche Einflussgröße auf das architektonische Gesamtkonzept.

 

räumlich-typologisches Konzept

 

Um dem Typus eines Speichergebäudes in seiner charakteristischen Weiträumigkeit möglichst nahe zu kommen, wird das Kornhaus von allen störenden Einbauten der letzten Bauphasen befreit. Die bestehende Arkade wird zugunsten der Ausstellungsflächen im Erdgeschoss aufgegeben.

Die erforderlichen neuen Wandelemente sind minimalinvasiv und dem strukturellen Gefüge des Bestands so untergeordnet, dass die Außenwand als Raumschale erlebbar bleibt. Die vertikalen Erschließungen sind auf jeweils ein Joch Breite konzentriert.

Der Gewölbekeller wird in seiner historischen Raumwirkung wieder vollständig hergestellt.

Das Dachtragwerk wird im Bereich des Versammlungsraumes durch den Verzicht auf den bestehenden Spitzboden in seiner ganzen Höhe erlebbar gemacht.

Jedes Geschoß ist über die Haupttreppe samt Aufzug separat erschlossen und daher unabhängig voneinander nutzbar. Das Foyer dient allen Einrichtungen gemeinsam, ebenso die im Dachgeschoß zentrierten sanitären Anlagen für alle Besucher. 

 

stadträumliche Bezüge

 

Mit der Reaktivierung der Toröffnungen aus der Zeit als Spritzenhaus kann sich der hallenartige Innenraum des Erdgeschosses großzügig zum Platz hin öffnen. Kuratorische Aktivitäten, etwa das Bespielen des Außenraums mit Skulpturen, können gleichzeitig den Michaelkirchplatz beleben und von seiner besonderen räumlichen Qualität profitieren.

Die offene Halle im Erdgeschoss fungiert mit ihren visuellen Durchblicken als räumliche Schichtung zwischen Platz und Fußgängerzone.

Die offene Arkade an der Max-Eyth-Straße wird auf ein offenes, loggienartiges  Volumen reduziert. Hier befindet sich der neue „stadtseitige“ Haupteingang. Der ebenfalls neue Eingang von der Platzseite ist ihm gleichwertig und darüber hinaus barrierefrei.

Die Rampenanlage an der westlichen Giebelseite wird samt der bestehenden Freitreppe zurückgebaut und durch eine differenzierte Stufenanlage ersetzt. Von der Fußgängerzone aus ergibt sich dadurch ein freierer Blick auf das Kirchenportal und der Eingang zum Max-Eyth-Hauses ist besser in den bestehenden Kontext eingebunden.

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© cheret bozic architekten bda dwb