Bauherr: Fritz Thyssen Stiftung

Gutachterwettbewerb 2007, 1. Rang

 

Fertigstellung 2011

Bauleitung Ulrich Wiesler

 

Uta Winterhager "Amerika Haus wird Thyssen Stiftung" Bauwelt 41/2011

Sonja Schöttler "Funktionale Eloquenz. Das Kölner Amerika Haus und die Kulturinstitute der Verinigten Staaten und Deutschlands", Wernersche Verlagsgesellschaft, Worms 2011

ark 03/2011

Jelena Bozic, LOUIS, Licht Leben Architektur, eien Publikation der Roma KG 03/2011

"Umbau eines Bürohauses in Köln, Schalldämmung mit Glas" bba 05/2012 Konradin Mediengruppe

Peter Cheret "Erneuern und Bewahren" in "50 Jahre Fritz Thyssen Stiftung in Köln, Eröffnung des neuen Stiftungssitzes" 12/2011

 

 

 

Nach dem Fall der Mauer wurden die in Deutschland zuvor flächendeckend gestreuten Amerika Häuser auf nur noch wenige Standorte konzentriert. Davon betroffen war auch die Einrichtung in Köln.

In der Absicht, ihren Sitz in das Anwesen am Apostelnkloster zu verlegen, lobte die Fritz Thyssen Stiftung einen beschränkten Wettbewerb aus. Dessen Programm zielte auf die Erweiterung des Gebäudekomplexes um etwa die Hälfte seiner bestehenden Nutzfläche unter Wahrung der Vorgaben aus dem Denkmalschutz.

 

Unser Entwurf ging zunächst davon aus, die trotz pragmatischer Überformungen noch immer spürbare schlichte Eleganz des Ensembles zu bewahren und zu erneuern. Die neue Nutzung forderte die Erweiterung um einen repräsentativen, technisch hoch anspruchsvollen Konferenz- und Tagungsbereich sowie die Schaffung von Büroflächen. Beide Bereiche sind als Neubauten jeweils in den rückwärtigen Bereichen angeordnet, sodass der Innenhof als halböffentlicher Raum erhalten bleiben konnte.

Sämtliche Maßnahmen wurden kontinuierlich mit der Denkmalpflege abgestimmt.

 

Der künftigen Nutzung als repräsentativem Sitz einer bedeutenden Stiftung galten hohe Anforderungen an die Gestaltung in Verbindung mit der bestmöglichen energetischen Ertüchtigung und der Gebäudetechnik.

 

Neben den eher funktional oder bautechnisch definierten Bedingungen stellten sich bei einem Gebäude dieser Art auch Fragen nach dem kulturellen Kontext.

Gerade ein Bauwerk wie das vormalige Amerika Haus ist bei aller Leichtigkeit der baulichen Strukturen ein geschichtliches Monument. Es ist nicht nur ein Zeugnis der Aufbauleistung im Wiederaufbau einer katastrophal zerstörten Großstadt. Es zeigt auch den Aufbauwillen und den Glauben an die Vitalität der "Europäischen Stadt". Sie, die Europäische Stadt, ist geprägt von den Überlagerungen der Epochen und vom Willen, jeweils der eigenen Zeit Gestalt und Raum zu geben, getragen von der Gelassenheit als kulturellem Konsens, es der Geschichte zu überlassen, welche Bauten für die kommenden Generationen bewahrt werden und welche vergehen. Erst wenn ein Gebäude seine Qualität im Alltag der Nutzungen und als Teil des urbanen Gedächtnisses über einen längeren Zeitraum bewiesen hat, kann von Nachhaltigkeit in der Architektur die Rede sein.

 

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